Meine Gemeinde

Diese Inhalte interessieren besonders in der Gemeinde Edewecht. (aktiv)

Mein Umland

Diese Inhalte sind für andere Orte interessant, könnten aber auch in der Gemeinde Edewecht interessieren.

Meine N@chbarn

Lassen Sie sich Inhalte anderer Portale auf mein-edewecht.de anzeigen, die für andere Orte interessant sind. Wählen Sie einen oder mehrere aus und gehen dann auf "Auswahl anzeigen".

Artikelansicht

Do 1.10.2009 11.00 Uhr | Christian Schwarz | Alle Artikel

Heidi Huth-Hinrichs gewinnt!


Vermischtes | Aktion

Nordenham - Die meisten positiven Kommentare zu ihrem Wettbewerbsbeitrag sammelte Heidi Huth-Hinrichs mit ihrem Text über eine Mutter, die das Grab ihrer Tochter besucht. Damit gewinnt Frau Huth-Hinrichs zwei Freikarten für die Bremen Eins Oldienacht in Oldenburg.

Herzlichen Glückwunsch!


Hier noch einmal der Gewinnerbeitrag:


"Der Weg"

Julia ging heute bereits zum zweiten Male den Weg zum Friedhof. Kaum ein Lüftchen regte sich aber man fühlte bereits den nahen Herbst. Die Luft roch anders als noch vor ein paar Tagen.

Ihr Blick wanderte über die Gräber. Viele Sommerblumen waren bereits Herbstkränzen gewichen. Heute Vormittag, bei ihrem ersten Besuch an Majas Grab, hatte Julia kurz daran gedacht aber sie konnte sich nicht entschließen, so, wie sie sich seit dem Tod ihrer kleinen Tochter so oft nicht entschließen konnte.

Julia setzte sich auf eine Bank. Sie fühlt sich unendlich erschöpft. Müde schloss sie die Augen und ließ ihre Gedanken schweifen. Drei Jahre war es jetzt her, seit das Schicksal so unbarmherzig zugeschlagen und ihr das Liebste genommen hatte. Maja war erst vier Jahre alt. Gerade erst hatte ihr Leben begonnen als es schon wieder zu Ende war. Niemals wurde sie eingeschult, niemals würde sie die kleinen und großen Probleme der Pupertät kennen lernen, niemals eine beste Freundin haben, niemals das Glück einer eigenen Familie genießen können. Sie fehlte ihr so sehr!

Bereits kurz nach der Geburt hatten die Ärzte ihr und Achim die Wahrheit über die heimtückische Krankheit gesagt mit der ihre Tochter auf die Welt gekommen war aber nie hatten sie die Hoffnung auf Heilung aufgegeben.

Nach Majas Tod fand Achim schneller ins Leben zurück als Julia. Er hatte seine Arbeit und seine Kollegen, sie aber war den ganzen Tag zu Hause und hatte kaum Kontakte. Viel Zeit hatte sie mit ihrem kranken Kind verbracht, da blieb wenig Raum für eigene Interessen.

Julia öffnete die Augen als sie bemerkte, wie die Tränen ihr die Wangen hinab liefen. Sie seufzte und stand auf. Ihr Weg ging weiter. Nur führte er nicht dorthin, wohin sie gerne zusammen mit Maja gegangen wäre. Nicht in die Schule, nicht auf einen Spielplatz und nicht zu Freunden. Ihr Weg führte sie jeden Tag an den gleichen Ort- einem Kindergrab auf dem städtischen Friedhof unter einer großen Linde. Sie sah das Grab schon von weitem. Die untergehende Herbstsonne warf ein goldenes Licht auf den Marmorengel. "So einen möchte ich haben wenn ich mal tot bin!" hatte Maja zu Julia gesagt, als sie während einer Spazierfahrt mit dem Rollstuhl an einem Steinmetz vorbeifuhren. "Der soll auf mein Grab und immer wenn du ihn dir anguckst, denkst du an mich und freust dich, dass du mich hattest. Und dann bin ich irgendwie immer noch da." Julia lächelte bei dem Gedanken daran, wie Maja den Vorschlag machte, dem Engel im Winter eine Mütze aufzusetzen und Handschuhe anzuziehen, damit er nicht friert. "Der kann sich ja auch nicht bewegen", hatte sie gesagt. "Da wird ihm schnell kalt." Sie war ein so verständiges kleines Mädchen.

Julia stand vor dem Grab und hielt stumm Zwiesprache mit Maja. Dann öffnete sie ihre Tasche und holte eine kleine gelbe Strickmütze heraus und setzte sie dem Engel auf den Kopf.
`Dein erstes Babymützchen. ` dachte Julia wehmütig. Dann erhob sie sich, zog noch etwas
aus der Tasche und legte es auf das Grab neben den schon leicht verwelkten Sommerstrauß.
"Das ist ein Foto", flüsterte sie ihrer kleinen Tochter zu. "Du bekommst ein Brüderchen oder ein Schwesterchen!"
Immer würde ihr kleines Mädchen in ihrem Herzen bleiben, immer einen Platz in ihren Träumen haben. Die Trauer wird nie vergehen aber nun musste Julia nach vorne sehen! Das neue Leben, so klein es auch noch war, regte sich bereits und erinnerte Julia daran, dass ihr Weg hier noch nicht zu Ende war!
Als sie zum Abschied noch einen Blick auf den Engel warf, war ihr, als würde sein Mund ein kleines bisschen lächeln.

Schlagworte: Schreibwettbewerb, Herbst, Gewinner

Geschrieben auf: mein-edewecht.de


Kommentar 3/3

  • Betreff
    Kommentieren
    Datum
    4.10.2009, 11:01 Uhr
    Autor
    Hilde Androsch
    Text
    ganz allgemein:
    Kommentare schreiben oft immer die gleichen Leute; wie auch die Artikel;-)Ist doch schön, das wenigstens fleißig gelesen wurde. Müssen nicht unbedingt Nachbarn gewesen sein. Manch einer der Nachbarn muß wahrscheinlich erst mal sein Benutzerkennwort suchen, wenn er bisher nicht groß aktiv war bisher

Kommentar 2/3

  • Betreff
    Glückwunsch!!
    Datum
    2.10.2009, 9:25 Uhr
    Autor
    Silvia Kerney
    Text
    Egal, wie viele Leute sich beteiligt hätten: Sicher wäre trotzdem mit Abstand diese Geschichte die berührendste gewesen... Viel Spaß mit dem Gewinn!!

Kommentar 1/3

  • Betreff
    ich freu mich!
    Datum
    1.10.2009, 13:49 Uhr
    Autor
    Heidi Huth-Hinrichs
    Text
    Ich freue mich total, danke an die, die mir eine positive Bewertung gegeben haben! Trotzdem finde ich es schade, dass sich nur wenige N@chbarn beteiligt haben. Was mich auch gewundert hat ist, dass so viele Leute die Beiträge gelesen haben aber sich wohl nicht entschließen konnten, eine Bewertung abzugeben. Vielleicht fehlte für das Eine sowie das Andere in dem Moment auch der Mut aber- wer nicht wagt, der nicht gewinnt.


Tipp der Woche

Autorenprofil

Christian Schwarz
Moderator
Christian Schwarz
mein-edewecht.de
offline


19Freunde
9Gruppen
419Artikel
13Alben
729Bilder
322Kommentare
118Forenbeiträge


Aktuelle Alben

Alle Alben

Anzeige

Kommentare


Forenbeiträge


Druckausgaben

"Mein Edewecht" auf Papier finden Sie hier.
 
Lade Daten ...