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Mo 29.11.2010 16.18 Uhr | Eduard Oeltjenbruns | Alle Artikel

Sagen & Mythen aus dem Ammerland / Von den Junkern auf "Gut Horn"


Kirche | Sonstiges

Bauernortschaft Gristede / Ammerland - Das "Gut Horn" im Dorf Gristede gehörte in alter Zeit den Junkern von Westerholt. Noch heute erzählt man sich allerlei Geschichten von diesen Gutsbesitzern.
Einer von ihnen war ein besonders hochmütiger und übermütiger Mensch, der seine Untertanen übel behandelte.
Eines Tages saßen seine Dienstboten, Knechte und Mägde, in der Küche beim Mittagessen, als der Junker Westerholt hier eintrat. Ohne ein Wort zu sagen, ging er an den Tisch, spuckte in die Suppenschüssel und verließ den Raum mit stolzen Schritt.
Alle hatten solche Angst vor ihm, dass keiner wagte, auch nur eine Miene zu verziehen, geschweige denn mit dem Essen aufzuhören.
Ein andermal wollte Junker Westerholt seinen Mut zeigen. Es war Winter, und der klirrende Frost hatte eine Eisdecke über Gräben , Bäche und sogar über das Meer von Zwischenahn gelegt.
Da beschloß der Junker, über den zugefrorenen See nach Zwischenahn zur Kirche zu reiten. Er steckte sich einen Palmzweig - Weidenzweig nennen es andere - an seinen Hut und bestieg sein Pferd. Bald befand er sich mitten auf dem See. Da fing das Eis an zu bersten. Er gab seinem Gaul die Sporen und sprang von einer Scholle zur anderen. Schließlich hatte er wieder festen Boden unter den Füßen, aber einen solchen Ritt hat er nie wieder gewagt.
Nachdem der letzte Junker von Westerholt im Zweikampf sein Leben verloren hatte, kam "Gut Horn" an seinen Schwager, den Junker von Aschwege.
Dieser war eines abends zum Dorfkrug gegangen und trank eine Kanne Bier.
Da brachte ihm einer seiner Mägde die Nachricht, dass seine Frau einen gesunden Sohn zur Welt gebracht hat. Junker von Aschwege schickte die Magd nach Hause mit den Worten:"Dat is got. Pläg miene Fro un kok ähr 'n Warmbeer!"
Nach einer kleinen Weile kehrte die Magd zurück und meldete dem Junker, dass seine Frau einen zweiten gesunden Sohn zur Welt gebracht hat.
Da sagte Junker von Aschwege wiederum:"Dat is got. kok mien Fro 'n Warmbeer!"
Die Magd ging fort und kam nach einer Weile zum dritten Mal wieder mit der Botschaft, seine Frau habe noch einen dritten Sohn zur Welt gebracht. Da sagte der Junker: "Nu mutt dar 'n Ende makt weern. Kok mien Fro jo kien Warmbeer mehr!"

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Schlagworte: Vermischtes / Sonstiges

Geschrieben auf: mein-edewecht.de



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