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Hollwege / Ammerland -
Als das Kirchspiel Westerstede sich schon großenteils zum lutherischen Glauben bekannt hatte, wollten die Einwohner des Dorfes Hollwege aus alter Anhänglichkeit den letzten katholischen Priester bei sich behalten und bis an sein seliges Ende beköstigen.
Da der alte Herr noch recht rüstig war, lebte er länger als man erwartet hatte, und es wurde den Hollwegern allmählich lästig, ihn von Jahr zu Jahr weiter vepflegen zu müssen. Schließlich ließen sie ihn heimlich durch einen gedungenen Strolch umbringen, aber den Leichnam zu bestatten blieb ihnen selbst überlassen.
In einer dunklen Nacht fuhren die Hollweger mit ihrem ermordeten Priester zum Dorf hinaus in Richtung auf das Lengener Moor.
Als sie beim Haus des Schusters Oeltjen ankamen, klopften sie ans Fenster und holten den Mann aus dem Bett. Sie bestellten für den "olen Herrn" ein paar Schuhe und baten, sogleich Maß zu nehmen. Dann setzten sie den Toten auf die Fensterbank, stützten ihn mit einigen Pfählen, so daß er nicht umfallen konnte, und schlichen sich davon. Der Schuster nahm Maß und sagte, als er fertig war, den alten Herrn Bescheid, aber der war taub und hielt das Bein noch immer geradeaus gestreckt.
Da sagte der Schuster zum zweitenmal mit lauter Stimme: "Fertig !", aber es kam weder Stimme noch Antwort.
Da packte den Schuster die Wut. Er gab dem alten Herrn auf der Fensterbank einen Stoß, daß er hintenüber draußen auf den Boden schlug, und schrie ihm nach: "Glöwst du, ik hol de ganze Nacht us Fenster för di apen? Du Ap!"
Als der alte Herr immer noch schwieg, ging der Schuster hinaus und fand den erstarrten Leichnam.
Nun bekam er es mit der Angst, daß er wohl gar durch seinen Stoß den Tod des "oolen Herrn" verschuldet haben könne, und beratschlagte mit seiner Frau Hilde, was zu tun sei. Sie riet ihm, den Toten ins Moor zu tragen und in eine Torfkuhle zu werfen.
Der Schuster nahm den Leichnam auf die Schulter und schleppte ihn ins Lengener Moor. Unterwegs traf er auf zwei Männer, die jeder eine Speckseite gestohlen hatten. Die Diebe hatten nicht erwartet, daß jemand ihnen in der Wildnis begegnen würde und hielten den Schuster für ein Gespenst.
Schleunigst warfen sie die Speckseiten fort, um schneller laufen zu können, und blieben verschwunden.
Nun versenkte der Schuster den Toten im Torfspitt, packte den Speck unter die Arme und schleppte damit nach Hause. Als seine Frau Hilde fragte, wie er den alten Herrn losgeworden sei, sagte er: "Den heff ik för twee Specksieden intuscht."
Überliefert
Woortverklaaren:
Specksieden = Speckseiten, intuscht = eingetauscht. apen = offen, Ap = Affe,
Da der alte Herr noch recht rüstig war, lebte er länger als man erwartet hatte, und es wurde den Hollwegern allmählich lästig, ihn von Jahr zu Jahr weiter vepflegen zu müssen. Schließlich ließen sie ihn heimlich durch einen gedungenen Strolch umbringen, aber den Leichnam zu bestatten blieb ihnen selbst überlassen.
In einer dunklen Nacht fuhren die Hollweger mit ihrem ermordeten Priester zum Dorf hinaus in Richtung auf das Lengener Moor.
Als sie beim Haus des Schusters Oeltjen ankamen, klopften sie ans Fenster und holten den Mann aus dem Bett. Sie bestellten für den "olen Herrn" ein paar Schuhe und baten, sogleich Maß zu nehmen. Dann setzten sie den Toten auf die Fensterbank, stützten ihn mit einigen Pfählen, so daß er nicht umfallen konnte, und schlichen sich davon. Der Schuster nahm Maß und sagte, als er fertig war, den alten Herrn Bescheid, aber der war taub und hielt das Bein noch immer geradeaus gestreckt.
Da sagte der Schuster zum zweitenmal mit lauter Stimme: "Fertig !", aber es kam weder Stimme noch Antwort.
Da packte den Schuster die Wut. Er gab dem alten Herrn auf der Fensterbank einen Stoß, daß er hintenüber draußen auf den Boden schlug, und schrie ihm nach: "Glöwst du, ik hol de ganze Nacht us Fenster för di apen? Du Ap!"
Als der alte Herr immer noch schwieg, ging der Schuster hinaus und fand den erstarrten Leichnam.
Nun bekam er es mit der Angst, daß er wohl gar durch seinen Stoß den Tod des "oolen Herrn" verschuldet haben könne, und beratschlagte mit seiner Frau Hilde, was zu tun sei. Sie riet ihm, den Toten ins Moor zu tragen und in eine Torfkuhle zu werfen.
Der Schuster nahm den Leichnam auf die Schulter und schleppte ihn ins Lengener Moor. Unterwegs traf er auf zwei Männer, die jeder eine Speckseite gestohlen hatten. Die Diebe hatten nicht erwartet, daß jemand ihnen in der Wildnis begegnen würde und hielten den Schuster für ein Gespenst.
Schleunigst warfen sie die Speckseiten fort, um schneller laufen zu können, und blieben verschwunden.
Nun versenkte der Schuster den Toten im Torfspitt, packte den Speck unter die Arme und schleppte damit nach Hause. Als seine Frau Hilde fragte, wie er den alten Herrn losgeworden sei, sagte er: "Den heff ik för twee Specksieden intuscht."
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Specksieden = Speckseiten, intuscht = eingetauscht. apen = offen, Ap = Affe,
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