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Mo 8.11.2010 15.51 Uhr | Eduard Oeltjenbruns | Alle Artikel

Sagen und Mythen aus dem Ammerland


Geschichte | Sonstiges

Wahnbek / Stadt Oldenburg - Oldejohanns, der Zauberer von Wahnbek!

In dem Dorfe Wahnbek in der Nähe bei der Stadt Oldenburg stand etwa an der Stelle, wo heute das Anwesen von Hullmann in Etzhorn liegt, ein Bauernhof, dessen Besitzer Oldejohanns hieß. Der erste dieses Namens soll aus dem Land Schweden stammen. Mit Vornamen hießen die Bauern auf diesem Hof meist Johann, aber niemand sagte Johann Oldejohanns; man sprach nur von Oljans und wußte, wer gemeint war. Von Oldejohanns laufen allerlei Geschichten um, aus denen hervorgeht, dass er mehr konnte als nur Brot essen.
Eines Tages war O. mit zwei Nachbarn zur Stadt Oldenburg gegangen. Der Heimweg wurde ihnen zu lang und um so schwerer, je länger sie unterwegs waren. Einer von ihnen meinte: ein Pferd müßte man haben, dann ging alles etwas schneller. Dem zweiten fiel nichts Besseres ein. Da machte Oldejohanns ein Angebot: "Jungs, hefft ji dor Mot to? Töwt man eben!"
Nun trieb er ein bischen Hokuspokus, und schon waren drei schöne braune gesattelte Pferde zur Stelle.
Dann fuhr er fort: "So, Jungs, nun stiegt man driester rup up de Peer. Awers dat ra ick jo: kiekt ja nich um!"
Die drei ritten nun fort im Galopp auf Wahnbek zu. Als der eine sein Haus schon sehen konnte, dachte er, jetzt könne es nicht mehr schaden, wenn er sich einmal nach seinem Hintermann umschaue. Er wagte es also, und "pardauz" lag er im Sand, dass ihm Hören und Sehen verging. Als er wieder zur Besinnung kam, waren die Pferde samt den beiden anderen Reitern verschwunden, und er mußte allein nach Hause hinken.
Ein andermal war die Stadt Oldenburg im Krieg von einem feindlichen Heer bedroht, das von Wildeshausen über Bremen heranzog. Der Graf von Oldenburg war in großer Verlegenheit, wie er ohne Streitmacht dem Feinde entgegentreten sollte, und er rief in seiner Not Oldejohanns zu Hilfe.
Dieser kam sogleich, stieg auf den Festungswall und spähte nach dem Feinde aus. "Se sind all in 'n Osenbarg", sagte er und ließ drei Kanonen laden. Dann richtete er die erste Kanone, feuerte ab und schoß dem feindlichen Kommandeur den Säbel aus der Hand. Aber nun rückten die Feinde nur noch schneller heran. Da richtete Oldejohanns die zweite Kanone, schoß ab, und diese Kugel riß dem Kommandeur einen Knopf vom Sattel und den linken Steigbügel weg.
Oldejohanns legte die linke Hand ans Ohr und hörte den Anführer rufen: "Halt! Solange ein solcher Konstabler in Oldenburg schießt, kann ich die Stadt nicht erobern. Rechtsum - kehrt - marsch!"
"Dat is jo Glück", rief Oldejohanns ihnen nach, "weren ji nu noch nich umdreiht, denn harr nüms van jo sien Gebeen up de Fööt beholen."

Überliefert

Schlagworte: Geschichte / Sonstiges

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