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Forenübersicht | Freizeit | Reise nach Bobolin
 
Geschrieben am 8.8.2009 um 9.14 Uhr
Mitglieder und Freunde der Rheumaliga Edewecht waren in diesem Jahr in Bobolin, ein Ortsteil von Rügenwalde. Es wurden Ausflüge unternommen nach Danzig, Köslin, Warcino ( Jagdschloss von Bismark) und nach Wielin (Velliner Fachwerkkirche Unesco Weltkulturerbe), auch eine Bernsteinschleiferei wurde besucht.

Die Velliner Fachwerkkirche mit dem Namen Christus ? König aus dem Jahre 1698
Heute eine der meist besuchten und besichtigten Kirchen des Heimatkreises Schlawe. Sie liegt mitten im Dorf auf einer kleinen Anhöhe als Fachwerkbau mit Glockenturm (Dachturm) über dem Westgiebel. Erbaut wurde sie Ende des 17. Jahrhunderts (außen erkennt man die Jahreszahl 1698). Ihre Vorgängerin soll aus dem 16. Jahrhundert stammen. Erhalten geblieben sind aus der Bauzeit als eine Stiftung des Adels der reich geschnitzte Alter, die Kanzel und die Ostempore hinter dem Altar. Sie weisen Ähnlichkeiten mit Barockarbeiten aus Danzig auf. Wir können heute auch noch die holzgeschnitzte Tafel sehen, welche an die 22 Gefallenen des 1.Weltkriegs aus Vellin erinnert. Der letzte Pastor Rewald verstarb etwa 1932, seitdem wurde der Ort seelsorgerisch von Pollnow, Pritzig und Krangen aus betreut. Der Friedhof, der westlich der Nordspitze des Dorfsees lag, existiert heute nicht mehr.
Das Schicksal des Dorfes und seiner Bewohner bei Kriegsende
Anfang März 1945 besetzten die Russen das Dorf, erst Tage nachdem die nahe gelegene Stadt Pollnow eingenommen war. Im Gutshaus waren viele Flüchtlinge einquartiert. Der letzte Besitzer wurde mit vielen anderen nach Russland verschleppt und starb in einem Internierungslager in Baschkirien. Nur 2 Frauen kehrten aus der Verschleppung zurück. Sein Sohn Lüdecke, Autor des Beitrages über Vellin im Kreisheimatbuches, lebt heute in Westdeutschland, er besucht noch regelmäßig im Alter von 84 Jahren seine Heimat. Alle Deutschen wurden vertrieben und ausgesiedelt, die Bauern 1946, die Gutsleute 1947. Ein in Vellin gebürtiger Deutscher lebt mit seiner Familie noch in Pritzig.
Aktuelles
Während die Fachwerkkirche bereits restauriert wurde und sich in einem ordentlichen Zustand befindet, darf das Gutshaus als Ruine bezeichnet werden. Nach der Wende 1989 ging das Staatsgut Vellin, wie viele Güter der Umgebung, in Konkurs. Die Bewohner des Gutshauses wurden allesamt ausquartiert. Ein Pole hat das Haus. In diesem Frühjahr (2000) mit 90 ha Land vom polnischen Staat erworben. Einem Deutschen aus Baden ? Württemberg, pommerscher Abstammung wurde es angeboten, dieser hat jedoch nicht zugegriffen.. Geplant war, hier ein Reithotel für zahlungskräftige ausländische Feriengäste zu errichten. Jetzt denkt auch der Pole wieder an Verkauf, nachdem er sich eine Expertise über den Zustand des Gebäudes und einen Kostenvoranschlag für die Renovierungskosten hat erstellen lassen. Im übrigen, scheint hier in Vellin die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Dorfstraße aus Kopfsteinpflaster könnte gut noch aus der Zeit um 1800 stammen. Von der Kirche aus hat man einen schönen Blick auf den Dorfsee, in dem man auch baden kann. Im Sommer zelten an seinen Ufern Feriengäste.



Geändert am 20.9.2009 um 9.51 Uhr

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